Donnerstag, 11. Januar 2018

Lebensgefühl Mountainbiken

Schon öfters hatte ich über meine Haltung zum Biken bei widrigen Wetterverhältnissen geschrieben und mich ganz klar als Schönwetterbiker geoutet. Meines Erachtens gibt es im Winter einfach schönere Freizeitaktivitäten als das Mountainbiken - jedenfalls bei mir zuhause in Südtirol. Bei Schnee und Eis auszufahren heißt, mich mit matschigen Wegen, erhöhter Sturzgefahr, dreckigem Bike und nassen, kalten Kleidern zu quälen. Und diese Dinge stehen ganz weit unten auf der Liste meiner Begehrlichkeiten.
Das Gefühl von Freiheit
Somit fallen auch meine Beiträge im Blog in den Wintermonaten spärlich aus. Natürlich könnte ich über alternative Sportarten für den Erhalt der Fitness und deren Nutzen als Vorbereitung für das Biken schreiben. Skitour, Langlauf, Schwimmen, Joggen, Fitnesstudio - all diese Dinge sind für den Erhalt und den Aufbau der Kondition sicher wertvoll. Außerdem ist das Training auf dem Fahrradergometer zu nennen. Damit ist auch schon sehr viel über meine alternativen Bewegungskonzepte geschrieben. 
Unendliche Weiten
Um aber mit meinem Lieblingssport in Kontakt zu bleiben, lässt sich im Winter gut am Bike tüfteln und schrauben, es lassen sich Touren recherchieren und planen. Und ich liebe es, mir Bilder über bereits gefahrene Touren anzusehen und über das Biken allgemein zu sinnieren. Wie schon zu erkennen ist, gibt es heute weder einen Tourenvorschlag noch einen Testbericht. Dafür einige Gedanken zum Lebensgefühl Mountainbiken, gepaart mit einigen Bildern. Was macht dieses innere Empfinden und das Bewusstsein, auf dem Bike am Leben teilzuhaben, aus? 
Dolomitenblick
Ist es die Technik, die man nutzt? Das 26er, 27,5er oder 29er? Das Hardtail oder Fully? Die Dreifach-, Zweifach- oder Einfachkurbel? Ist es das neue Premium-Bike, auf dem man sitzt? Sind es die Daten, die unsere elektronischen Helferlein sammeln, aufbereiten und wiedergeben (Geschwindigkeit, Steigung, Puls, Trittfrequenz, Höhenmeter u. v. m.)? Geht es um den Wettbewerb, mehr Höhenmeter, Kilometer, Touren? Oder geht es vielleicht sogar um die Befriedigung des Selbstdarstellungsdranges, der durch die Veröffentlichung auf Strava, Komoot, Runkeeper, Endomondo, Runtastic, Facebook, Twitter, Instagram usw. sein Ventil findet? 
Karwendelblick
Dies alles hab ich mich schon gefragt. Aber entscheidend ist wohl, was mit mir passiert, während ich unterwegs bin, mit einem ruhigen, runden Tritt, den schwebenden Gedanken nur bei dem, was ich gerade mache. Was löst das in mir aus? Ist das vielleicht die vielzitierte Leichtigkeit des Seins? Fakt ist, dass ich in diesen Momenten so in der Gegenwart aufgehe, dass Alltagsfragen, Konflikte, Sorgen oder andere Grübeleien nicht zu mir durchkommen und ich vollkommen frei von negativen Empfindungen bin. Nicht einmal ein fantastisches Panorama lenkt mich von dieser Freiheit der Gedanken ab, sondern verstärkt diese und lässt im Alltag flüchtige Gedanken von alleine zu Ende denken. So empfinde ich die Harmonie und den Flow beim Mountainbiken. 
Über dem Sarntal
Halt – keine Sorge, ich bin jetzt nicht unter die Esoteriker gegangen. Natürlich habe ich auch Freude an einem coolen Mountainbike, der neuesten Technik, einem kniffligen Trail, einer harten Tour oder auch daran, mich mit den Kumpels zu matchen. Außerdem habe ich Freude daran, besondere Erlebnisse auf diesem Blog zu teilen. Und natürlich geht auch mir manchmal die Puste aus oder es zwickt im Rücken oder zuckt in den Beinen. Aber daran denke ich danach nie mehr, denn übrig bleibt die große Zufriedenheit nach jeder Tour. Und das nächste Frühjahr kommt bestimmt und damit auch die Gewissheit, wieder erstklassige Erlebnisse auf dem Mountainbike zu erleben.
2018 - neuen Zielen entgegen

Kommentare:

Stefan André Makefire hat gesagt…

Hey Hubi!

Liebe Grüße aus dem Flachland Schleswig-Holstein!

Ich wurde des Öfteren auf Deinen Blog verwiesen und scheiß was drauf, ich kommentiere nun auch mal einen Beitrag!

Ich empfinde die Radtouren gleichermaßen und ich bin auch ein Schönwetterfahrer, für Schlechtwetter muß der PC herhalten.

Hier mal kurz die Eckdaten meines neuen Nakita Team C Expert:

Gewicht laut Hersteller: 10,7 kg
Rahmen : Carbon UD
Gabel : Fox F32 Float 27,5 Perfomance, Fit4, 3 Pos. Remote, 100mm Federweg, 15mm QR
Kurbelgarnitur : Shimano XT M8000, Hollowtech II, 36/26 Zähne
Schaltung : 22-Gang Kettenschaltung
Schaltwerk : Shimano XT (Shadow Plus), 11-fach
Umwerfer : Shimano XT, Direct Mount
Kassette : 11-fach, 11-40 Zähne
Schalthebel : Shimano XT, Rapidfire Plus, integrated
Bremse : Shimano XT, hydraulische Scheibenbremse (180/160mm)
Vorbau : NAKITA Custom
Lenker : Nakita Custom Flat, 700mm
Felgen : Sun Ringle Helix TR25 Rim Custom Disc
Naben : Shimano XT
Reifen : Schwalbe Rocket Ron (27,5 x 2.25), faltbar
Sattel : Selle Italia X1 Custom
Sattelstütze : Nakita Custom (31,6mm)
Farbe : Schwarz/Weiß
Radgröße : 27,5 Zoll
Rahmenform : Hardtail
Saison : 2016

Bei Nakita klingt es nach Asiate, ist jedoch ein Österreicher - der erste Kontakt mit dem Hersteller war sehr positiv.

Frage: "Ist es möglich, die Schaltung mit einer Übersetzung von 42 zu 11 Zähnen umzurüsten und dennoch XT/XTR mit 2x11 zu erhalten?"

Mit freundlichen Grüßen, verbleibt hier der Schönwetterfahrer Stefan André, bis auf Weiteres.

Hubert hat gesagt…

Hi, danke für deinen Kommentar. Den verbindest du sogleich mit einer kniffligen Frage. Diese beantwortet sich mit dem Biketest meines Scott Scale 910. Dieses ist mit 11-42 Ritzel und Zweifachkurbel 34x24 ausgerüstet. Geht! Somit wünsche ich weiterhin viel Freude am Biken - das Frühjahr ist Nahe!

Stefan André Makefire hat gesagt…

Hallo nochmal!

Vielen Dank für die Info - ich denke ich fahre mein Übersetzungsverhältnis erstmal zu Probe die nächsten 200km und sollte mich dies dann dennoch nicht zufrieden stellen, habe ich schon eine Shimano Deore XT mit 2x11 (11-42 Zähnen) und einem Antrieb von 28 zu 42 Zähnen im Auge ;-) // vom Umrüsten her auch sehr easy und doch verhältnismäßig günstig.

Ich mache mir in unserer Gegend im Sommer einen Spass daraus, die Rennradfahrer mit meinem Mountainbike, mit schreienden Reifen, die auch noch doppelt so dick sind wie deren, mit Leichtigkeit zu überholen und abzuhängen. Manche sind sogar recht spontan und lassen sich im Windschatten mitziehen - sowas macht dann auch nochmal richtig Laune - zieht er vorbei kommt dann sowas wie "von einem Mountainbike wurde ich noch nie abgezogen!" - Radfahren ist einfach genial!
- Gut mit 42 zu 12 Übersetzung damals hab ich mal Polizisten im zivilen Dienstwagen auf der Strasse überholt, das war mehr ein spezielles Erlebnis, aber zu meiner Verteidigung ich hatte im Anschluss einen Tacho gekauft, denn ich war etwas zu schnell unterwegs und auch für Radfahrer gelten die 50km/h innerorts.^^

Vielen lieben Dank nochmal, auch für die rasche Antwort!

Ich mache mich bemerkbar, wenn ich mal in Ihrer/eurer Gegend im Urlaub bin - eine kleine Tour schadet nie. ;-P

Hubert hat gesagt…

Hi, Thema kenne ich - mit 26 Zoll Scott Scale mit Dreifach-Kurbel konnte ich mit rennradfahrenden Kumpels mithalten. Zumindest auf den ersten 50 Kilometern.
Lass was hören, wenn du mal im Land der Sonne bist!
Ride on!