Mittwoch, 16. Januar 2019

Technik: Mountainbike versus Gravelbike?

Ist am Hype um die Gravelbikes etwas dran? Oder werden die Gravels künstlich gehypt, um die mauen Verkäufe im klassischen Fahrradmarkt wieder in die Gänge zu bringen? Die Antworten darauf wird es wohl erst in ein paar Jahren geben. Fakt ist, dass in den Fachmedien und in den Blogs das Thema beständig herumgeistert. Aber das war auch bei den Fatbikes so... 


Bemerkenswert finde ich, dass die Diskussion eher in der Roadbike Community stattzufinden scheint und bisher die MTB Community weitgehend verschont hat. Die Infos zu den Gravelbikes habe ich im Granfondo Cycling Blog gefunden, dort steht ein hervorragender Beitrag, der das ganze Thema Gravelbike sehr gut  durchleuchtet. Dort habe ich auch gelernt, dass sich die Gravels, je nachdem, ob sie von der Ausrichtung her näher an Road- oder Mountain-Bike sind, in Backroad- und Adventure-Gravels einteilen lassen, andere lassen sich wiederum gar nicht zuordnen. Es kommt also auf die Nutzung der Gravels an. Diese Vielschichtigkeit zeigen auch die Gewichte der Gravels: Während es Carbon- oder Titan-Athleten mit Gewichten von knapp 8 Kilo gibt, bringen es andere Sportler mit Stahl- oder Alurahmen auf üppige 11 Kilo und mehr Kampfgewicht. Ähnlich wie beim MTB werden bei den Gravels zwei Laufradvarianten verbaut, 650 B und 700 C, entsprechend in etwa 27,5 Zoll und 29 Zoll.

Offensichtlich schließt das Gravelbike derzeit die Lücke zwischen Rennrad und Mountainbike. Mit Mountainbike meine ich nicht unbedingt die leichtem 29 Zoll Hardtails, denn diese sind den Gravels bei Gewicht, Bereifung, Geometrie, Schaltung und Bremsen ziemlich ähnlich. Wenn man beispielsweise zwei Fahrräder eines Herstellers, hier von Ghost, einmal unter die Lupe nimmt, fallen die Gemeinsamkeiten zwischen einem abgespeckten Hardtail und einem Gravelbike stärker ins Auge als die Unterschiede. Okay, der Dropbar mit 420 mm Breite gegenüber dem 740 mm Lenker fällt auf. Und vielleicht sind da noch die beim Gravel etwas schmaleren und weniger profilierten Reifen, 29x2.0 beim Gravel, 29x2.2 beim Hardtail, aber der Rest?
Vergleich Ghost Raod Rage und LectorX
Die Geometrien sind sehr ähnlich, Sitzwinkel und  Lenkwinkel sind nahezu identisch. Oberrohr und Reach fallen beim Gravel lenkerbedingt deutlich kürzer aus und die Sitzposition ist kompakter und auch durch die tendenziell größere Sattelüberhöhung etwas näher am Straßenrenner. Die Länge der Kettenstreben hingegen ist bei den beiden nahezu identisch. Beide Räder haben Scheibenbremsen der gleichen Dimensionierung 180/160 mm, eine 1x11 oder eine 1x12 Schaltung. Selbst die Gewichtsdifferenz ist marginal, nur 0,2 Kg trennen die beiden Renner voneinander, sogar zu Lasten des Gravel, das in diesem Fall 9,6 Kilogramm mit sich führt.

Wenn ich also vermute, dass die Gravels die Lücke zwischen Montainbike und Roadbike schließen sollen, denke ich nicht an die Lücke zwischen einem Hardtail und einem begrenzt geländetauglichen Straßenrad, sondern an jene zwischen einem Fully und einem schnellen Bike für Straßen, Nebenstraßen und Schotterwege. Die Fullys haben sich  tendenziell abfahrtsorientiert entwickelt, also mit immer längeren Federwegen und immer höheren Systemgewichten, für 15 Kilogramm Mastgewicht scheint sich heute kein Hersteller eines Fullys mehr zu genieren. Dabei besagt eine Studie, dass der Großteil des Mountainbikens nicht in den Bergen, sondern in der Stadt oder in urbanen Räumen ausgeübt wird. Der Großteil der Biker lebt nämlich in urbanen Gebieten und übt seinen Sport auch dort aus.

Ist der Trend zum Gravel (wenn es denn einer ist) vielleicht das neue Downsizing beim MTB? Weil das Gewicht und die üppige Ausstattung beim Allmountain für den tatsächlichen Verwendungszweck einfach 'too much' sind? Zu viel Speck auf den Rippen für die Verwendung im Alltag? Erinnern diese Gravels nicht ein wenig an die MTBs der ersten Generation? Mit Starrgabel und 54 cm schmalem Lenker mit Lenkerhörnchen? Tauglich für den Radweg, die Stadt, die Forststraße und den Trail: Allroad und Allround! Braucht es dafür - ganz dem Zeitgeist hinterherlaufend - ein neues Produkt oder würde ein schlankes 29er Hardtail mit adäquater Bereifung und großer Übersetzungsbandbreite den Job auch machen?
Mountainbiken 1990 - nur mit Starrgabel
Mountainbiken 2005 - ausschließlich mit Hardtail
FAZIT: Ich persönlich brauche kein Gravel, denn ich habe mein persönliches Downsizing schon vollzogen. Ich bin seit Sommer 2017 wieder Hardtailfahrer, nutze ein Scott Scale 910. Mein Fully, ein Scott Genius 700, durfte in der letzten Bikesaison nur ganze dreimal vom Haken - wegen Reparatur am Hardtail. Wenn ich mal in einen Bikepark will, dann darf das Genius wieder ran. Und wenn ich mal von Bozen an den Gardasee mag, schaffe ich das mit meinem Hardtail. In meinem Revier gibt es keinen Trail, der nicht mit dem Scale zu bewältigen wäre. Worauf ich nicht verzichten möchte, ist die Federgabel, geöffnet oder gesperrt, je nach Untergrund, darum ist das Gravel keine Option für mich. Das Hardtail bringt 10,5 Kilo auf die Waage und ist für mich Allroad und Allround.

Montag, 17. Dezember 2018

Weihnachtsgeschichte - verschenke ein Fahrrad

In meinem Fahrradkeller hängen acht Fahrräder am Haken und deren vier stehen auf dem Boden. Wir sind eine Fahrrad Familie. Vater und Mutter fahren ein Hardtail, ein Fully und ein Rennrad. Die drei Kids haben je ein MTB und ein Fahrrad für den Weg zur Schule.

Unser Fuhrpark für Sport und Freizeit
Neulich, nachdem die Weihnachtsgeschenke für die Kids besorgt waren, besprachen meine Frau und ich, was wir uns wohl gegenseitig schenken könnten. Dabei stellten wir fest, dass wir eigentlich schon alles haben. Ein noch mehr ist eigentlich nicht notwendig und so beschlossen wir, andere zu beschenken und etwas Gutes zu tun.

Vor wenigen Wochen hatte ich zufällig von der Organisation World Bicycle Relief gehört. Diese Organisation macht Menschen in Entwicklungsländern - vor allem im ländlichen Afrika - mit Fahrrädern mobil und ermöglicht ihnen dadurch ein besseres Leben.  In den ländlichen Gegenden gibt es sehr wenig Infrastruktur und die meist sehr langen Wege müssen zu Fuß zurück gelegt werden. Mit einem verlässlichen Rad können die Menschen dort aber weit größere Distanzen überwinden, schwere Lasten leichter transportieren und ihr Leben aus eigener Kraft verbessern. Schülerinnen kommen leichter in die Schule, Krankenpflegerinnen schneller zu ihren Patienten und Kleinhandwerker sicherer zu ihren Kunden.

Das Beste am Programm ist aber, dass sehr hochwertige und haltbare Transport- und Arbeitsgeräte hergestellt werden, die direkt vor Ort zusammengebaut und montiert werden. Das heißt es werden nicht einfach Kompletträder importiert, sondern es werden hochwertige Räder in Montagewerken in Afrika zusammengebaut und damit Arbeitsplätze geschaffen. Rahmen, Gabeln, Speichen und der Gepäckträger sind aus Stahl und erlauben eine Transportkapazität von 100 Kilogramm zusätzlich zum Fahrergewicht. Es werden ausschließlich qualitativ hochwertige, technisch einwandfreie Teile verbaut. Das garantiert die Funktionalität und Verlässlichkeit der Fahrräder. Mit einem Ausbildungsprogramm wurden bisher zudem 1.900 Mechaniker ausgebildet, um eine Struktur für die Wartung und Reparatur der Räder zu etablieren. Damit wird nicht nur Wohltätigkeit geübt, sondern auch zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.

Damit bin ich zurück bei meiner Weihnachtsgeschichte. Anstatt uns gegenseitig zu beschenken, beschlossen wir also, andere zu beschenken. Und was ist für eine Biker Familie naheliegender, als auch anderen mit einem Fahrrad eine Freude zu bereiten? Mit einer Spende von 134 € kann jeder ein Fahrrad finanzieren. Die Spende kann ganz einfach mit einer Sepa-Überweisung oder über Paypal durchgeführt werden. Wenn eine Woche vor Heiligabend also noch kein passendes Geschenk gefunden ist, weil jeder von uns schon alles hat, dann kann ich ihn vielleicht mit dieser Geschichte  inspirieren, in diesem Jahr einmal anders zu schenken. Frohe Weihnachten!


Dienstag, 16. Oktober 2018

Südtirol: Hart aber herzlich - von Vals zur Brixner Hütte

Wer Lust verspürt, eine kurze und knackige Tour mit vielen Höhenmetern auf kurzer Distanz zu unternehmen, sollte sich einmal mit dem folgenden Tourentipp beschäftigen. Die Fahrt mit dem MTB vom Bergdorf Vals (1.396 m) auf die Brixner Hütte (2.282 m) ist nicht nur durch eine herrliche Landschaft gekennzeichnet, sondern vielmehr durch die vielen steilen Rampen, die es zu bewältigen gilt. Dabei sind diese allesamt fahrbar, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Untergrundes ist gut - was nicht bei allen Wetterverhältnissen der Fall sein muss - und man hat genügend Körner in den Beinen.

Etwa 900 Höhenmeter auf einer Strecke von rund 8 Kilometern erwarten den Biker. Und es gilt Rampen mit bis zu 27 Prozent Steigung zu bezwingen. Der Weg ist in eine beinahe archaische Landschaft eingebettet, mit einer wilden Schlucht und tosenden Wasserfällen. Sehenswert ist die Fane Alm, diese ist wiederum Kulturlandschaft und beinahe ein kleines Bergdorf, auf das man am Ende der Asfaltstraße mit den vielen steilen Kehren trifft. Ab hier geht es auf Schotter weiter, zuerst ganz harmlos, denn die richtigen Steilstücke sieht man vorerst nicht - und das ist besser so.
Geschafft - vor der Brixner Hütte
Nach den Wasserfällen scheinen die schwierigsten Rampen bezwungen, aber an der Abzweigung des Wanderweges zum Wilden See sieht man erstmals die Hütte. Es fehlen noch zwei Kilometer und 300 Höhenmeter bis ans Ziel, ab hier geht es zur Sache - und es soll Biker geben, die hier noch umkehren. Die bewirtschaftete und familienfreundliche Brixner Hütte thront majestätisch auf einer kleinen Hochebene inmitten der Pfunderer Berge und ist ein beliebter Stützpunkt am Pfunderer Höhenweg. Dieser führt von Sterzing oder Bruneck aus in mehreren Tagesetappen durch meist hochalpines Gelände rund 70 Kilometer durch die südlichen Zillertaler Alpen. Die Brixner Hütte ist zudem Ausgangspunkt für Touren auf die Wilde Kreuzspitze und die Wurmaulspitze.
Blick von der Brixner Hütte talauswärts
Nach der Einkehr in der sehr gut geführten Hütte geht es rasant bergab. Der Weg ist in den ersten paar Kehren spaßig zu fahren. Er verbreitert sich zusehends und wird zu einer Forststraße und ehe man es sich versieht ist man an der Fane Alm vorbei und noch schneller zurück am Ausgangspunkt in Vals.

Fazit: Dieser Tourenvorschlag ist gewiss nicht tagesfüllend, allerdings gibt es im Valser Tal eine Reihe von Trails, mit denen man die Tour abrunden kann. Sie eignet sich auch hervorragend, wenn man kurze und steile Anstiege trainieren oder einfach einmal die eigene Kondition und deren Grenzen ausloten möchte. 

Mittwoch, 5. September 2018

Südtirol: Sellaronda reloaded

Schon vor fünf Jahren hatte ich einen Beitrag über die Sellaronda auf dem Mountainbike mit Liftunterstützung geschrieben. Die Leser dieses Blogs wissen, dass ich mir normalerweise meine Höhenmeter selbst erstrample, trotzdem habe ich mich in diesem Jahr mit Freunden wieder auf den Weg gemacht. Ein Update lohnt sich, weil sich auf der Tour einiges geändert hat. 67 Kilometer und 750 Höhenmeter stehen bei der Variante im Uhrzeigersinn auf dem Programm, demgegenüber stehen 4.000 Höhenmeter Trailvergnügen bergab. Je nach Lust und Kondition lässt sich die Tour jetzt auf einigen Nebenstrecken nach Belieben erweitern. Für den kraftsparenden Trailspaß müssen aber 46 Euro für das Liftticket über den Tresen.
Grödner Joch in Richtung Corvara
In Wolkenstein parkt man auf dem Parkplatz am Ortsende in Richtung Grödner Joch, von hier fährt man zuerst kurz talauswärts und dann hoch zur Umlaufbahn Dantercepies. An der Bergstation angekommen, muss man sich entscheiden. Auf der Seite von Dantercepies kann man einen Flowtrail bis zurück zur Mittelstation mitnehmen - als netten Einstieg - oder man fährt direkt in die erste Abfahrt auf der Tour, in einen flowigen Trail bis zum Grödnerjoch. Ab hier geht es auf einem recht spaßigen Trail, der erst in den letzten Jahren entstanden ist, weiter nach Kolfuschg und weiter nach Corvara. 
Unterwegs nach Pralongia
Dolomitenpanorama mit Sassongher und Grödner Joch
Dolomitenpanorama mit Praloniga und Sella
Diesen besonders bei Skifahrern bekannten Ort quert man und an der Straße zum Campolongopass fährt man mit der Kabinenbahn auf den Col Alto. An der Bergstation hat man einen wunderbaren Ausblich auf die Dolomiten. Die Sellaronda für Biker ist beschildert und man folgt diesen Schildern, eine kleine Variante über einen Wurzeltrail kann man einbauen, indem man nicht direkt über den Weg abfährt, sondern kurz bergauf über den kleinen Hügel drüber. Danach nimmt man den Aufstieg mit einem Sessellift. In stetigem Auf und Ab geht es von hier auf breiten Kieswegen weiter nach Pralongia und dann auf netten Trails zum Campolongopass. Dort quert man die Passstraße und fährt weiter hoch mit einem Sessellift, dann über einen schönen, aber teilweise recht tückischen, Trail bis hinunter in den kleinen Skiort Arabba.
Jump!...
... vier Mountainbiker ...
... vier unterschiedliche ...
... Styles!
Hier quert man die Passtraße zum Pordoi und fährt zur Seilbahn Porta Vescovo. Diese katapultiert die Biker auf den höchsten Punkt der Tour, auf 2.471 Meter Höhe. Beeindruckend ist hier der Blick auf die atemberaubende Marmolada und auf den Fedaia Stausee. Ab hier geht es über grobe Schotter- und Geröllwege (aktuell wird ein neuer Trail gebaut) hinab bis zum Saletei Lift. Am Pordoi sind einige nette Flow-Trails entstanden und es bietet sich eine Befahrung derselben an, indem man ein - zwei zusätzliche Fahrten mit dem Sessellift einschiebt. 
Hoch über Arabba
Vor der Marmolada
Vom Pordoi bis hinab nach Canazei führt ein wunderschöner  Panorama-Trail, nicht ganz leicht zu fahren, im Wald über Wurzeln und oft durch Matsch und daher meist ziemlich rutschig. In Canazei folgt man dem Radweg bis Campitello und nimmt die Bahn auf den Col Rodella. Hier, im Angesicht des majestätischen Langkofel, geht es schwungvoll hinab zum Sellajoch, zuerst über Naturtrails und dann über schöne, neu gebaute flowige Trails bis Plan de Gralba. Auch hier sind zwei neue Trails entstanden, ein Flowtrail für die Familie und ein Northshore Trail für Könner.Sofern die Zeit reicht, kann man auch diese noch mit dem Liftticket mitnehmen.
Unter dem Langkofel
Letzte Abfahrt nach Wolkenstein
Auf einem Weg entlang der Skipiste geht es rasant zurück zum Parkplatz in Wolkenstein, zum Ausgangspunkt der Tour.

Fazit: Die Tour ist durchgängig beschildert und für Könner eine spaßige Tagestour. Mit dem Einbau einiger Varianten schafft man bis zu 5.000 Höhenmetern bergab und muss dafür nur knapp 1.000 Höhenmeter bergauf. Für Einsteiger teilweise etwas schwierig, aber machbar, wenn ein Guide oder ein erfahrener Biker dabei ist. Der Blick auf die Dolomitenlandschaft lohnt sich während der Tour - grandios!


Dienstag, 14. August 2018

Sarntal: Rittner Horn Runde mit Rückweg über Seeberg und Riedelsberg

Die Rittner Horn Runde von Sarnthein aus darf als einer der MTB Klassiker in den Sarntaler Alpen gelten. Deshalb gibt es eine Vielzahl an Varianten, die Tour kann im und gegen den Uhrzeigersinn, mit verschiedenen Anfahrts- und Abfahrtsrouten, als Tagestour oder als rasante Trainingsrunde gefahren werden. Dieser Beitrag beschreibt die Tour gegen den Uhrzeigersinn, mit Anfahrt über den Tanzbach und den Rückweg über das Prackfiederer Jöchl, den Rübner Seeberg und die Fraktion Riedelsberg.


Gestartet wird in Sarnthein am Parkplatz, man folgt dem Spazierweg der Talfer entlang bis zum Bad Schörgau. Dort fährt man man auf die Hauptstraße und folgt dieser für knapp 4 Kilometer talauswärts. Nach der Brücke über den Tanzbach biegt man links ab. Ab hier geht es nur noch bergauf, 1.385 Höhenmeter am Stück sind zu bewältigen. Man folgt immer noch auf Asphalt der Straße, nach einem Kilometer nimmt man die Abzweigung rechts und nach weiteren zwei Kilometern biegt man von der Asphaltstraße links in einen Forstweg ab (Schranke). Es geht recht steil bergauf, mit nur wenigen flacheren Passagen zum durchatmen, ehe man nach gut sechs Kilometern wieder auf eine Asphaltstraße kommt, die Straße nach Gissmann. 
Blick auf den Weiler Gissmann
Diese Straße quert man und fährt auf der Forststraße weiter in Richtung Rittner Horn. Auf dem meist staubigen Weg mit kurzen steilen Rampen kommt man zuerst auf die "Schien", ein - wie der Name schon sagt - schöner Ort mit Dolomitenblick. 
Auf der Schien
Weiter geht es in Richtung unteres Horn, an der Abzweigung zum oberen Horn kann man entscheiden, ob man das obere Horn auf dem Weg zum Gasteiger Sattel mitnehmen will oder es rechts liegen lässt. Nimmt man es mit, wird man mit einem wunderbaren 360 Grad Blick über die Südtiroler Bergwelt für die zusätzlichen 100 Höhenmeter belohnt. Für die Abfahrt kann man einen kurzen schönen Trail nutzen (wird aber nicht gerne gesehen). 
Almidylle und schier unendliche Weite
Almweg zum Gasteiger Sattel
Gasteiger Sattel mit oberem Horn in Hintergrund
Vom Gasteiger Sattel geht es für etwa drei Kilometer über einen breiten Almweg bergab in Richtung Moar in Plun. Dort kann man sich bei schönem Dolomitenpanorama auf der Terrasse stärken, ehe es scharf links wieder bergauf geht, in Richtung Stöfflhütte. Nach etwa eineinhalb Kilometern bergauf geht es links auf einen weiteren Almweg ab in Richtung Prackfiederer Jöchl. Diesem Weg folgt man für zweieinhalb Kilometer, dann hat man den Übergang ins Sarntal erreicht.
Die Weite der Villanderer Alm
Zuerst kommt man zur Moar in Ums Alm, dort endet der Fahrweg und es folgt ein einspuriger und nicht sehr gut fahrbarer Trail zur Seeberg Alm, diese Schiebestrecke ist aber weniger als einen Kilometer lang, danach geht es vorbei am schönen Schwarzsee, Grünsee und Seebergsee einen kurzen Gegenanstieg hoch. Ab hier weiter auf einem Forstweg drei Kilometer abwärts, danach biegt man links ab und erreicht über einen Forstweg, einen Trail und einen weiteren Forstweg, noch einmal kurz bergauf, die Waldrast Alm, die zu einer - nomen est omen - Rast einlädt.
Blick über die Seeberg Alm
Den krönenden Abschluss der Tour bildet eine Trailabfahrt von fast sieben Kilometern, zuerst über den Almweg bis zum Hallerhof, von dort rechts kurz über Asphalt und danach auf Weg Nr. 6 und 18 zurück nach Sarnthein zum Ausgangspunkt der Tour.

Fazit: Knapp 50 Kilometer und knackige 1.900 Höhemeter sind bei dieser Variante zu bewältigen. Eignet sich als schöne Tagestour mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten am Rittner Horn, auf der Villanderer Alm und bei der Waldrast/Riedelsberg. Details der Strecke auf Outdooractive!