Dienstag, 24. Juni 2014

Stilles Mountainbike Paradies: Das Sarntal

Wer kennt einen Ort auf der Welt, wo man stundenlang auf Trails, Steigen, Saumpfaden und alten Karrenwegen fahren kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen? Wo es unzählige Hütten gibt, die bestens für Speis und Trank sorgen? Wo man überall Wasserstellen und Brunnen findet, um die Trinkflasche zu füllen? Wo freundliche Menschen wohnen, die jederzeit für eine Auskunft, eine Unterhaltung oder einen Witz zu haben sind? Wo man abends noch gemütlich ins Dorfgasthaus oder in die Pizzeria kann? Wo man als Gast noch in der Minderheit ist, weil hier noch viele einheimische Menschen wohnen? Und wo man wahlweise 500 oder 2.500 Höhenmeter am Tag bewältigen, Asphaltstraßen und Forstautobahnen vermeiden und zwischen Waldwegen, Tragepassagen, Wiesenpfaden und Varianten ohne Ende auswählen kann?

Ich kenne diesen Ort, es ist das noch wenig bekannte Mountainbike- und Trailparadies Sarntal! 

Mountainbiken 360°









Die Gemeinde Sarntal ist mit 302,50 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde Südtirols. Die Gemeinde hat 6.951 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012). Das Haupttal wird von der Talfer durchflossen und erstreckt sich vom Penser Joch (2.211 m) im Norden, bis zum Bozner Talkessel (262 m) im Süden. Die Gemeinde nimmt einen Großteil des Tales sowie eine Reihe kleinerer Seitentäler und die umliegenden Berggebiete ein. Sie umfasst insgesamt 28 Fraktionen, der Hauptort ist Sarnthein (970 m). Die höchste Erhebung des Sarntales ist der Hirzer (2.781 m). Über dem Hauptort thront majestätisch die Sarner Scharte (2.460 m).

Die traumhafte Bergwelt des Sarntales ist vorwiegend als Wandergebiet bekannt, ist aber nicht überlaufen. Von Sarnthein aus erschließen sich in alle Himmelsrichtungen MTB-Touren über die Zufahren zu den Fraktionen Öttenbach, Glern, Auen, Putzen, Vormeswald, Riedelsberg, Nordheim, Astfeld, Gentersberg usw. Außerdem starten auch von den Seitentälern, dem Penser und dem Durnholzertal unzählige Wege in die übrigen Fraktionen.
Unendliche Weiten - das Sarntal
In den letzten Jahren war ich an vielen verschiedenen Orten zum Biken. Öfters in Graubünden (Lenzerheide, Savognin, Pontresina, Chur, Scuol, Müstair), in Livigno, im Karwendel, in Berchtesgaden, in Kitzbühel, in Saalbach, am Dachstein, am Gardasee. Alle Orte und Landschaften haben ihren Reiz - einige mehr, andere weniger.
Absteigen und genießen
Und natürlich war ich viel zuhause in Südtirol unterwegs, in allen Landesteilen, im Hochpustertal, in den Dolomiten und im Vinschgau. In den letzten Jahren haben sich verschiedene "Spots" für Mountainbiker gebildet, es gibt besonders für Freerider angesagte Orte wie Latsch oder Brixen. Die Sellaronda erlebt auch im Sommer einen unglaublichen Boom. Andere Orte folgen und versuchen sich bei den Mountainbikern einen Namen zu machen.
Einladende Aussichten
Naheliegend ist für mich natürlich das Mountainbiken direkt vor meiner Haustür, im Sarntal. Von meiner MTB-Garage sind es gerade mal 200 Meter und ich bin auf meinen Hometrails, hier kenne ich mich aus. Und die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich, das einzige Limit ist die verfügbare Zeit und die Kraft in den Beinen. Die Feierabendrunde, die Tagestour, die Sonntagvormittagstour, die Nachmittagstour, die Spritztour zur Hütte, über die Jöcher ins Etschtal, Eisacktal oder Wipptal - alles da. Und sollten einmal überschüssige Kraft und Zeit verfügbar sein, finden sich immer wieder neue, herausfordernde Varianten.
Anhalten und schauen
Oft lese ich in der Fachpresse schwärmerische Berichte über flowige Trails, die es mancherorts gibt, teilweise werden diese sogar für die Biker angelegt. Aber jedesmal, wenn ich zuhause auf den Naturtrails, den alten Karrenwegen und den Saumpfaden unterwegs bin und mir die ideale Fahrspur suche, denke ich bei mir, was es Schöneres geben kann und: "wer braucht schon flowige Trails" wenn man auf diesen Wegen fahren kann!

Die Idee zu diesem Blogbeitrag hatte ich auf dem Weg von der Vöraner Alm hinauf zum Kreuzjoch und von dort über Öttenbach und Auen zurück nach Sarnthein. Die schier endlose Weite und der pure Trailgenuss zwischen 2.000 und 1.000  Metern Meereshöhe haben mich inspiriert, diese Lobeshymne auf mein Tal, das Sarntal, anzustimmen. Im honigfarbenen, sanften Abendlicht sind auch die meisten Bilder zu diesem Beitrag entstanden.

Eine Auswahl der beliebtesten Touren im Sarntal (und auch andereswo) gibt es auf diesem Blog!


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